Nils Heininger
Freier Redakteur
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Leasing Rückgabe: Checkliste zur Vermeidung von Nachzahlungen

Wer sein Auto least, besitzt es nur auf Zeit. Irgendwann steht beim Leasing die Rückgabe an. Je nach gewähltem Leasingmodell kann es hier zu positiven oder aber auch bösen Überraschungen kommen. Damit du bei der Rückgabe des Leasingfahrzeugs gut vorbereitet bist, haben wir hier alle Infos gesammelt und stellen dir eine Checkliste für die Leasingrückgabe bereit.
22. April 2024

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Nils Heininger

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Auf einen Blick

Was passiert, wenn der Leasingvertrag ausläuft?

Leasingverträge werden üblicherweise für 12, 24 oder 36 Monate geschlossen. Mit Ablauf des Vertrags gibst du das Auto entweder zurück, verlängerst den Leasingvertrag oder kaufst es dem Leasinggeber ab.

Was sollte man bei der Leasingrückgabe beachten?

Ein Leasingfahrzeug sollte bei der Rückgabe in einem möglichst guten Zustand sein. Eine professionelle Reinigung und eventuell Aufbereitung kann dazu führen, dass Nachzahlungen ausbleiben und der Wert des Fahrzeugs sogar höher geschätzt wird.

Was passiert, wenn das Leasingauto bei der Rückgabe Schäden hat?

Während normale Gebrauchsspuren bei der Rückgabe von Leasingwagen keine Probleme machen sollten, sieht es bei Schäden und Kratzern anders aus: Meist führen diese zu einer Nachzahlung durch den Fahrer oder die Fahrerin.

Text

Die Leasing Rückgabe hängt vom Leasingmodell ab

Jeder Leasingvertrag läuft irgendwann aus. In der Regel wird das Fahrzeug dann vom Autohändler / Leasinggeber zurückgenommen und begutachtet. Wie eventuelle Wertminderungen und Nachzahlungen ermittelt werden, hängt vom gewählten Leasingmodell ab.

Beim Kilometerleasing bestimmen die gefahrenen Kilometer über Nachzahlungen

Ein Vertrag im Rahmen des Kilometerleasing erlaubt eine relativ unkomplizierte Rückgabe. Hier werden lediglich die Kilometer mit der vorausgesagten Kilometerleistung im Leasingvertrag abgeglichen. Bist du mit dem Auto mehr gefahren als vereinbart, wird eine Nachzahlung fällig. Bist du weniger gefahren, bekommst du gegebenenfalls einen Teil der Kosten zurückerstattet.

Allerdings kann es sein, dass dich der Leasinggeber für eventuelle Schäden oder übermäßige Gebrauchsspuren zur Kasse bittet. Daher ist es immer empfehlenswert, den Zustand vorab genau zu überprüfen oder überprüfen zu lassen. Mehr dazu erfährst du weiter unten im Text.

Beim Restwertleasing solltest du gut vorbereitet sein.

Die Rückgabe beim Restwertleasing ist generell mit etwas mehr Herzklopfen verbunden. Aufgrund von Unsicherheiten am Markt und dem Zustand des Fahrzeugs kann der Restwert stark von den im Vertrag festgeschriebenen Erwartungen abweichen.

Besonders, wenn du einen sehr hohen Restwert festgeschrieben hast, um bei der Leasingrate zu sparen, kann es bei der Rückgabe teuer werden, denn die Differenz zwischen kalkuliertem Restwert und tatsächlichem Restwert bei Rückgabe musst du als Leasingnehmer übernehmen. Hast du jedoch realistisch kalkuliert und das Auto hervorragend gepflegt, ist das Fahrzeug eventuell sogar mehr wert. Bei der Rückgabe erhältst du dann üblicherweise 75 Prozent des Mehrwerts zurückerstattet.

Leider liefert das Restwertleasing viel Spielraum für Beanstandungen. Damit du übereifrigen Leasinggebern nicht aufläufst, solltest du dein Fahrzeug vor Rückgabe reinigen, ggf. sogar aufbereiten lassen und genaustens überprüfen. Ein unabhängiger Gutachter kann im Vorfeld ebenfalls dein Auto beurteilen und dessen Wert schätzen. Er stellt fest, wo es sich um herkömmlichen Verschleiß handelt – und wo tatsächlich Mängel vorzufinden sind.

Sollte dein Händler bei der Rückgabe einen zu niedrigen Restwert nennen, ist es dir sogar möglich, selbst einen Käufer für das Fahrzeug zu finden. Sollte dieser mindestens 10 Prozent mehr zahlen als vom Händler veranschlagt, muss dieser dem Verkauf in der Regel zustimmen. Vertragliche Klauseln gegen die Veräußerung durch den Leasingnehmer sind unzulässig und sollten von Rechtsanwälten geprüft werden.

Mit dem Andienungsrecht das Auto nach Leasingende kaufen

Je nachdem, welche Andienungsrechte du bei Vertragsabschluss vertraglich festgelegt hast, kannst du der Leasinggesellschaft „dein Auto“ nach Ende des Leasingzeitraums auch abkaufen. Das lohnt sich vor allem, wenn der Zustand besser ist als erwartet.

Sollte der Zustand jedoch schlechter sein als erwartet, kannst du dem Leasinggeber ebenfalls anbieten, das Auto zu kaufen. Oft ist dies jedoch nur zum ursprünglich angesetztem Restwert möglich. Verhandlungen mit Leasinggebern sind als Privatperson häufig schwer – schließlich hat die Gegenseite täglich mit solchen Prozessen zu tun und meist mehr Erfahrung.

Wenn du schon zu Beginn des Leasingvertrags weißt, dass der Kauf des Leasingfahrzeugs nach Vertragsende eine Option für dich ist, solltest du diese Kaufoption auf jeden Fall schriftlich festhalten. Schließlich ist es nur eine Option: Du kannst, aber musst nicht.

Andersherum hat der Leasinggeber ebenfalls immer eine Verkaufsoption – schließlich ist es sein Fahrzeug. Solltest du also am Ende des Leasingzeitraums mit dem Gedanken spielen, das Auto abzukaufen, lohnt es sich, mit diesem Anliegen schon frühzeitig auf deinen Leasinggeber zuzugehen.

Tipps für die Leasingrückgabe: So vermeidest du Nachzahlungen

Schon während der Nutzung solltest du die Rückgabe des Fahrzeugs im Blick halten. Gute Pflege und zeitnahe Mängelbeseitigung zahlen sich aus. Die Durchführung der Inspektionen, Ölwechsel sowie Haupt- und Abgasuntersuchung liegen ebenfalls in deiner Verantwortung. Zwar bist du nicht Fahrzeugeigentümer, aber dennoch Fahrzeughalter. Gerade bei Firmenwagen führt dies zu zahlreichen Pflichten im Rahmen der Halterhaftung im Fuhrpark.

Damit du bei der Rückgabe des Leasingfahrzeugs nicht auf böse Überraschungen stehst, haben wir dir hier einige Tipps zusammengefasst, die du auch in unserer Checkliste für die Rückgabe von Leasingfahrzeugen wiederfindest.

1. Dokumentiere den Zustand des Leasingfahrzeugs.

Bevor du das Leasingfahrzeug zurückgibst, solltest du selbst einen sehr aufmerksamen Kontrollgang um dein Auto machen und auch das Interior begutachten. Kratzer, Dellen und andere auffällige Schäden solltest du genau dokumentieren. Generell helfen Fotos vor der Rückgabe, den Zustand und insbesondere Schäden genau festzuhalten.

2. Frage Dritte, die Rückgabe zu bezeugen

Wenn du dein Leasingfahrzeug zurückgibst – und am besten schon bei der Überprüfung – solltest du nicht allein sein. Frage FreundInnen oder Bekannte, dich zu begleiten. So kann dir hinterher kein nachträglicher Schaden angehangen werden.

3. Beauftrage im Zweifelsfall einen unabhängigen Gutachter

Wenn du unsicher bist, ob du vielleicht über den Tisch gezogen wirst oder wenn dein Fahrzeug Mängel aufweist, ist es ratsam, einen unabhängigen Gutachter mit an Bord zu holen. Dieser checkt dein Fahrzeug und schätzt dessen Wert. So stehst du überhöhten Nachzahlungsforderungen mit einem offiziellen Dokument gegenüber.

4. Unterschreibe das Mängelprotokoll nicht leichtfertig

Nach all dem Stress bei der Rückgabe ist es natürlich verlockend, einfach zu unterschreiben und nach Hause zu fahren. Doch aufgepasst: Das Kleingedruckte auf dem Mängelprotokoll sollte genaustens gelesen werden. Genauso steht es mit der Aufnahme der Mängel auf. Nimm das Protokoll lieber mit nach Hause und gebe es am nächsten Tag zurück, damit du es dir in Ruhe ansehen kannst. Nur unseriöse Anbieter werden dich zur schnellen Unterschrift drängen.

5. Nutze unsere Checkliste für die Rückgabe von Leasingfahrzeugen

Damit du sicher sein kannst, dass du nichts vergessen hast, solltest du deine Aufgaben und Kontrollen planen und Schritt-für-Schritt abarbeiten. Dein Glück: Wir haben eine Checkliste für die Leasingrückgabe für dich vorbereitet, die du hier herunterladen kannst.

Checkliste: Rückgabe von Leasingfahrzeugen

Brauchst du Hilfe bei der Vorbereitung und Durchführung der Rückgabe deines Leasingfahrzeugs? Lade jetzt unsere Checkliste herunter!

Was passiert bei Mängeln und Schäden am Leasingfahrzeug

Solltest du bei der Leasingrückgabe Schäden am Fahrzeug haben, handelt es sich dabei um eine Wertminderung des Fahrzeugs. Dementsprechend kann dein Leasinggeber dich für die Mängel zur Nachzahlung bitten. Allerdings entspricht die Nachzahlung nicht den Kosten für die Reparatur der Schäden, sondern der Wertminderung, welche durch sie entsteht. Dementsprechend gilt es, sich auch bei Schäden nicht überrumpeln zu lassen: Ein kleiner Kratzer benötigt schließlich keine komplette Neulackierung.

Zu den Mängeln, die für die Leasingrückgabe relevant sind, gehört auch nicht jeder minimale Kratzer am Fahrzeug. Besonders kleine Oberflächenkratzer an den Türgriffen, der Tankkappe und der Kofferraumklappe sowie kleinere Steinschläge gehören zu alltäglichen Gebrauchsspuren. In einem gewissen Rahmen sind sie also Folge der Abnutzung im vertragsgemäßen Gebrauch (§538 BGB).

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich sogar gegen Schäden am Leasingfahrzeug versichern. Im Falle der festgestellten Wertminderung bei der Leasingrückgabe übernimmt die Versicherung dann eine gewisse Summe der Nachzahlung – meist bis zu 3.000 Euro.

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