Geblitzt mit Handy in der Hand: Was kann jetzt passieren?
Geblitzt werden ist ärgerlich – besonders, wenn man dadurch bei einer weiteren Ordnungswidrigkeit erwischt wird. Wenn der Blitzer dich mit dem Handy am Ohr erwischt, wirst du eventuell mit einem höheren Bußgeld belegt.
Auf einen Blick
Kann man das Handy auf dem Blitzerfoto erkennen?
Ob das Handy auf dem Blitzerfoto erkennbar ist, hängt von der Qualität des Fotos und der jeweiligen Situation ab. Gelegentlich kann deutlich nachgewiesen werden, dass das Smartphone tatsächlich genutzt wurde.
Was passiert, wenn ich mit Handy am Steuer geblitzt werde?
Bei einer sogenannten Tateinheit wird das höhere Bußgeld der Ordnungswidrigkeiten verhängt. Die Behörden können dies jedoch auch im gewissen Rahmen erhöhen. Die Punkte in Flensburg werden nicht addiert.
Lohnt sich ein Einspruch gegen Blitzerfotos mit Handy?
Der Einspruch kann sich vor allem lohnen, wenn ansonsten ein Führerscheinentzug droht. Doch nur ein Anwalt bekommt Einsicht in die Originalfotos, um die entsprechenden Möglichkeiten zu prüfen.
Ab 100 Euro Bußgeld für Handy am Steuer
Wenn du während der Fahrt das Smartphone bedienst, setzt du dich einem hohen Risiko aus. Das Handy am Steuer bedeutet in vielen Situationen einen sekundenlangen Blindflug. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten kann ein Blick aufs Handy eine Fahrt von über 100 Metern ohne Sicht nach vorne bedeuten.
Doch auch im Stadtverkehr, wo andere Verkehrsteilnehmer oft spontan ihre Fahrweise oder Richtung ändern, ist das Risiko auf einen Unfall deutlich erhöht, wenn du deinen Blick nur kurz von der Fahrbahn abwendest.
Entsprechend gilt die Bedienung elektronischer Geräte während der Fahrt als Ordnungswidrigkeit. Ab 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg drohen, wenn du dabei erwischt wirst. Die Strafen sind wie folgt gestaffelt:
- Ohne Gefährdung: 100 Euro, 1 Punkt
- Mit Gefährdung: 150 Euro, 2 Punkte, ein Monat Fahrverbot
- Mit Sachbeschädigung: 200 Euro, 2 Punkte, ein Monat Fahrverbot
Zusätzlich verlangen die Behörden eine Bearbeitungsgebühr von 25-30 Euro. Für Fahranfänger*innen droht außerdem die Verlängerung der Probezeit von 2 auf 4 Jahre. Durch eine hohe Anzahl von Punkten in Flensburg droht dir ebenfalls ein Führerscheinentzug. Ab acht Punkten musst du den Führerschein abgeben und bekommst in der Regel eine Führerscheinsperre von sechs Monaten.
Mit Handy geblitzt: Bereits die Bedienung ist nicht erlaubt
Ist auf einem Blitzerfoto zu erkennen, dass du dein Smartphone in der Hand hältst, können die Behörden dies als Ordnungswidrigkeit einstufen. Dafür ist es nicht nötig, dass du tatsächlich während der Fahrt telefoniert hast.
Die Nutzung elektronischer Geräte ist generell verboten, wenn du sie dabei in der Hand hältst. Selbst das Wegdrücken eines Anrufs oder das Abhören einer Sprachnachricht ist nicht erlaubt.
Eine Ausnahme ist, wenn das Gerät fest in einer Halterung sitzt. Dann ist die kurze Bedienung erlaubt. Das Schreiben von Nachrichten oder die Eingabe von Navigationszielen übersteigt diesen Rahmen jedoch.
DriversCheck Blog
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Keine doppelten Bußgelder für Blitzerfotos mit Handy
Sowohl die Bedienung des Smartphones als auch die Geschwindigkeitsüberschreitung sind keine Straftaten, sondern Ordnungswidrigkeiten. Entsprechend drohen auch keine eigentlichen Strafen, sondern Bußgelder.
Werden von einer Person gleichzeitig mehrere Ordnungswidrigkeiten begangen, spricht man von einer Tateinheit: Die Verstöße werden insgesamt bewertet und addieren sich nicht automatisch. Stattdessen muss das höhere Bußgeld aus den Tatbeständen gezahlt werden.
Allerdings können sich die Behörden jedoch auch entscheiden, dein Bußgeld angemessen zu erhöhen, wenn bei dir eine Tateinheit aus zu hoher Geschwindigkeit und Handy am Steuer vorliegt. Häufig bedeutet dies, dass das höhere Bußgeld um die Hälfte des geringeren Bußgelds erhöht wird.
Punkte in Flensburg werden nicht addiert
Ein wenig Aufatmen kannst du jedoch: Die Punkte in Flensburg werden in der Regel nicht addiert, sondern ebenfalls nur anhand des schwerwiegenderen Tatbestands bewertet.
Entsprechend drohen dir zum Beispiel für die Geschwindigkeitsüberschreitung mit über 21 km/h außerorts mindestens 115 Euro Bußgeld und insgesamt nur ein Punkt: Obwohl sowohl die Geschwindigkeitsüberschreitung als auch das Handy am Ohr eigentlich jeweils einen Punkt zur Folge haben.
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Smartphone-Nutzung lässt sich auf Blitzerfotos nicht immer klar erkennen
Mittlerweile gibt es in Deutschland sogar reine Handyblitzer, auch als Monocam bezeichnet. Diese prüfen mittels KI, ob Fahrer*innen während der Fahrt eventuell ihr Smartphone nutzen und leiten die entsprechenden Bilder zur Auswertung an die Polizei weiter.
Doch um mit dem Handy geblitzt zu werden, ist keine Monocam nötig. Auch auf herkömmlichen Blitzerfotos lässt sich das Smartphone häufig erkennen – manchmal deutlicher, manchmal weniger deutlich.
Obwohl die Qualität moderner Blitzer recht gut ist, lässt sich oft erfolgreich Einspruch einlegen. Nicht immer ist erkennbar, ob das Smartphone wirklich bedient wurde. Wenn du es während der Fahrt kurz in der Hand gehalten hast, um es woanders hinzulegen, handelt es sich nicht um eine Ordnungswidrigkeit.
Die Behörden werden den Fall jedoch genau prüfen und nicht immer geben sie dabei klein bei. Ist klar zu erkennen, dass du das Handy am Ohr hast oder mit gesenktem Blick eine Nachricht eintippst, sind die Chancen für einen Einspruch recht gering.
Statt Einspruch besser Risiken vermeiden
Ohnehin solltest du überlegen, ob sich der Einspruch lohnt, schließlich ist die Smartphonenutzung manchmal das geringere Vergehen und der Unterschied in der Geldbuße ist nicht allzu hoch. Wenn es jedoch um einen zusätzlichen Punkt in Flensburg auf einem ohnehin gefüllten Konto geht, lohnt sich vielleicht sogar der Besuch beim Anwalt. Nur mit einem Anwalt ist das Originalfoto einsehbar.
Die beste Alternative ist jedoch, dass du die Bedienung elektronischer Geräte während der Fahrt generell vermeidest. Richtig unangenehm und gefährlich wird es schließlich bei einem Unfall – nicht nur, wenn dir die Handynutzung nachgewiesen werden kann.
Das Unfallrisiko steigt durch den Blick aufs Handy laut der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) um mehr als das Dreifache. Wenn du dein Handy unbedingt nutzen musst, kann die Sprachsteuerung dieses Risiko deutlich senken und dich zusätzlich vor einem Bußgeld schützen.
