Auf einen Blick
Wie lange darf man den TÜV überziehen?
Gar nicht – es gibt keine TÜV-Karenzzeit. Die HU muss spätestens in dem Monat erfolgen, der auf der Prüfplakette steht. Bei normalen Pkw droht bei einem Verzug von bis zu zwei Monaten allerdings noch kein Verwarnungsgeld.
Ab wann wird ein überzogener TÜV wirklich teuer?
Bei Fahrzeugen mit vorgeschriebener Sicherheitsprüfung drohen ab dem ersten Tag 15 Euro Verwarnungsgeld – ab acht Monaten sind es 75 Euro und 1 Punkt in Flensburg. Bei normalen Pkw werden erst ab zwei Monaten 15 Euro fällig und ab 8 Monaten 60 Euro plus 1 Punkt.
Darf man mit abgelaufenem TÜV zum TÜV fahren?
Ja, ein abgelaufener HU-Termin führt nicht automatisch zu einem Fahrverbot – vorausgesetzt, das Fahrzeug ist verkehrssicher. Ein Bußgeld bei einer Polizeikontrolle entfällt dadurch jedoch nicht.
TÜV abgelaufen: Es gibt keine Karenzzeit
Wann dein Fahrzeug zur nächsten HU muss, zeigen die Zulassungsbescheinigung Teil I (früher Fahrzeugschein) und die Prüfplakette auf dem hinteren Kennzeichen. Die Zahl in der Mitte nennt das Jahr, die Zahl oben auf der 12-Uhr-Position den Monat.
Beispiel: Steht auf der Plakette 8/26, muss die HU spätestens am 31. August 2026 erfolgen. Ab dem 1. September ist der TÜV überfällig.
Die rechtliche Grundlage bildet § 29 Abs. 7 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO):
Die Prüfplakette und die Prüfmarke werden mit Ablauf des jeweils angegebenen Monats ungültig. Ihre Gültigkeit verlängert sich um einen Monat, wenn bei der Durchführung der Hauptuntersuchung oder Sicherheitsprüfung Mängel festgestellt werden, die vor der Zuteilung einer neuen Prüfplakette oder Prüfmarke zu beheben sind. – § 29 Abs. 7 StVZO
Eine gesetzliche TÜV-Karenzzeit gibt es also nicht. Wer die Frist überschreitet, sollte zeitnah einen Termin vereinbaren.
TÜV steht für Technischer Überwachungsverein und wird umgangssprachlich synonym für die HU genutzt. Die Prüfung führen auch andere anerkannte Organisationen wie DEKRA, GTÜ oder KÜS durch.
Welche Prüffristen gelten für Firmenfahrzeuge?
Firmen-Pkw müssen grundsätzlich genauso häufig zur HU wie private Pkw: erstmals nach 36 Monaten, danach alle 24 Monate. Je nach Fahrzeugart und zulässiger Gesamtmasse gelten für Lkw und Busse kürzere HU-Fristen und zusätzliche Sicherheitsprüfungen (SP).
Betrieblich genutzte Fahrzeuge müssen außerdem mindestens einmal jährlich zur UVV-Fahrzeugprüfung. HU und UVV lassen sich in einem Termin kombinieren. Bei der UVV-Prüfung gilt übrigens Halterhaftung – sie ist Aufgabe der Unternehmens- oder der Fuhrparkleitung.
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Fahrzeug / Prüfung
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Hauptuntersuchung (HU) |
UVV-Fahrzeugprüfung |
| Firmen-Pkw |
erstmals nach 36 Monaten, danach alle 24 Monate |
mindestens alle 12 Monate
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| Pkw zur Personenbeförderung |
alle 12 Monate |
| Transporter/Lkw bis 3,5 t |
alle 24 Monate |
| Lkw über 3,5 bis 7,5 t |
alle 12 Monate |
| Lkw über 7,5 bis 12 t |
alle 12 Monate |
| Lkw über 12 t |
alle 12 Monate |
| Kraftomnibusse |
alle 12 Monate |
Bei bestimmten Pkw und Nutzfahrzeugen steht die HU jährlich an. Welche HU- und SP-Fristen im Detail gelten sind, regelt Anlage VIII Nr. 2 StVZO.
TÜV überzogen: Strafen und Kosten im Detail
Was ein überzogener TÜV kostet, hängt davon ab, wie lange die HU überfällig ist und ob das Fahrzeug eine Sicherheitsprüfung durchlaufen muss.
Strafe für Pkw, Motorräder & andere Fahrzeuge ohne Sicherheitsprüfung
| TÜV abgelaufen |
Verwarnungs-/Bußgeld |
Punkte in Flensburg |
| bis zu 2 Monate |
– |
– |
| mehr als 2 bis zu 4 Monate |
15 € |
– |
| mehr als 4 bis zu 8 Monate |
25 € |
– |
| mehr als 8 Monate |
60 € |
1 |
Beispiel: Fällt die HU im Januar an und das Fahrzeug gerät im Juni in eine Kontrolle, ist die Frist um mehr als vier Monate überschritten. Das kostet 25 Euro.
Sonderfälle: Ein angemeldetes Fahrzeug muss auch dann rechtzeitig zur HU, wenn es ungenutzt auf einem Privatgrundstück steht. Bei Saisonkennzeichen reicht es, die Prüfung im ersten Monat des Betriebszeitraums nachzuholen.
Strafe für Fahrzeuge mit Sicherheitsprüfung
| TÜV abgelaufen |
Verwarnungs-/Bußgeld |
Punkte in Flensburg |
| Bis zu 2 Monate |
15 € |
– |
| Mehr als 2 bis 4 Monate |
25 € |
– |
| Mehr als 4 bis 8 Monate |
60 € |
1 |
| Mehr als 8 Monate |
75 € |
1 |
Bei SP-pflichtigen Fahrzeugen wie Lkw über 3,5 Tonnen und Omnibusse wird es damit früher teuer. Bei einer Kontrolle fallen ab dem ersten Tag Kosten an – den ersten Punkt und 60 Euro Bußgeld gibt es schon ab vier Monaten. Ab acht Punkten gilt eine Führerscheinsperre von mindestens sechs Monaten.
Entscheidend für die Kosten ist nicht allein, ob ein Fahrzeug gewerblich genutzt wird, sondern ob es nach Anlage VIII StVZO zur Sicherheitsprüfung muss.
Rund 20 % der Nutzfahrzeuge mit gravierenden Mängeln
Laut TÜV-Nutzfahrzeugreport 2025 wiesen 20,4 Prozent der geprüften Nutzfahrzeuge bei der HU erhebliche oder gefährliche Mängel auf. Die Auswertung basiert auf 2,31 Millionen Hauptuntersuchungen aus den Jahren 2023 und 2024. Schwere Lkw ab 18 Tonnen schnitten besonders schlecht ab.
Nach zwei Monaten Verzug wird auch die HU teurer
Wer die HU um mehr als zwei Monate überschreitet, muss mit weiteren Kosten rechnen. Dann führt die Prüfstelle eine vertiefte Untersuchung (erweiterte HU) durch, was die Gebühr um 20 Prozent erhöht.
Rechenbeispiel: Kostet die reguläre HU 160 Euro, entstehen 32 Euro zusätzliche Prüfkosten pro Fahrzeug. Bei hundert Fahrzeugen wären das bereits 3.200 Euro – mögliche Verwarnungs- oder Bußgelder noch nicht eingerechnet.
Fahren ohne TÜV: Risiken, Versicherung und Rückdatierung
Darf man mit abgelaufenem TÜV noch fahren? Das Fahrzeug verliert weder seine Zulassung noch gibt es automatisch ein Fahrverbot. Das Fahren ohne TÜV ist jedoch ordnungswidrig. Am besten fährst du nach Ablauf der Frist nur noch direkt zur Prüfstelle.
Mit abgelaufenem TÜV zum TÜV fahren: Falls du auf dem Weg kontrolliert wirst, schützt dies nicht vor einem Verwarnungsgeld. Bestehen schwere Sicherheitsmängel, kann die Polizei dir die Weiterfahrt verbieten.
Versicherungsschutz bei einem Unfall: Grundsätzlich deckt die Kfz-Haftpflicht auch bei überfälligem TÜV die Ansprüche des Unfallgegners. Hat jedoch ein technischer Mangel den Unfall (mit)verursacht, kann die Versicherung die Leistungen kürzen oder zurückverlangen.
Keine Rückdatierung: Eine verspätete HU verkürzt den nächsten Prüfzeitraum nicht. Wird ein Pkw beispielsweise im Oktober geprüft, obwohl die HU im Juni fällig war, beginnt das neue Prüfintervall im Oktober.
TÜV läuft im Ausland ab? Wenn die Plakette im Ausland abläuft, schützt dich ein Nachweis der gültigen HU bei der Ausreise aus Deutschland vor einem Verwarnungs- oder Bußgeld in Deutschland. Am besten vereinbarst du direkt aus dem Ausland einen Prüftermin mit schriftlicher Bestätigung.
HU-Fristen zentral im Blick behalten
Einzelne Termine lassen sich leicht überblicken. Kommen HU, Sicherheitsprüfung und UVV- Fahrzeugprüfung für zahlreiche Fahrzeuge zusammen, wird daraus schnell ein aufwändiger Prozess.
Um wichtige Fristen wie den TÜV nicht zu überziehen, empfiehlt es sich,
- HU und weitere Fälligkeiten zentral zu dokumentieren,
- automatische Erinnerungen mit ausreichend Vorlauf einzurichten und
- durchgeführte Prüfungen nachvollziehbar zu dokumentieren.
So lassen sich Bußgelder, zusätzliche Prüfkosten und kurzfristige Ausfälle vermeiden – unabhängig davon, ob der Fuhrpark aus 10 oder 100 Fahrzeugen besteht.