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Führerschein-Kosten zu hoch? So soll die Fahrerlaubnis billiger werden

19. Januar 2026 6 minutes Lesezeit
Nils Heininger Freier Redakteur

Die Preise für Führerscheine sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Mit einem neuen Gesetz will die Bundesregierung Maßnahmen treffen, um den Aufwärtstrend zu stoppen. Ob der Führerschein wirklich günstiger wird und mit welchen Tricks man schon jetzt sparen kann, erklären wir hier.

Auf einen Blick

Wie hoch sind die Kosten für den Führerschein?

Abhängig von Bundesland und Region sowie Fortschritte beim Lernen kostet der Führerschein meist zwischen 2.500 und 3.500 Euro.

Wird der Führerschein bald billiger?

Obwohl das Verkehrsministerium Reformen plant, ist eine schnelle Preissenkung beim Führerschein nicht zu erwarten.

Wie kommt man günstig an einen Führerschein?

Sparen kann man hauptsächlich durch gute Auswahl der Fahrschule, eigenständiges, proaktives Lernen sowie Übungen im Simulator und auf dem Verkehrsübungsplatz.

Kosten für Führerschein oft über 3.000 Euro

Etwa 2.500 bis 3.500 Euro kostet der Führerschein Klasse B („Autoführerschein“) inklusive Ausbildung und Prüfung aktuell – in manchen Fällen sogar mehr. Das statistische Bundesamt bestätigt: 2024 sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 % gestiegen. Im Jahr zuvor (2022 auf 2023) waren es 7,6 % und davor (2021 auf 2022) sogar 10,8 %. Werte, die weit über den Inflationsraten lagen.

Der Preis für den Führerschein ist von folgenden Kosten abhängig:

  • Fahrschulgrundbetrag: meist zwischen 350 und 660 Euro
  • Lehrmaterial: ca. 100 Euro
  • 12 Sonderfahrten (Pflicht): meist über 70-100 Euro pro Einheit
  • Praxisfahrten (keine vorgeschriebene Mindestanzahl): etwa 70 Euro pro Einheit
  • Theorieprüfung: ca. 25 Euro plus Anmeldegebühr (oft über 100 Euro)
  • Praktische Prüfung: ca. 130 plus Anmeldegebühr (bis zu 290 Euro)
  • Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis: bis zu 50 Euro
  • 1-Hilfe-Kurs, etc.

Viele Fahrschüler benötigen etwa 25-50 Fahrstunden, bis sie bereit sind, die praktische Prüfung zu bestehen. Entsprechend können die Preise je nach Lernfortschritt stark schwanken.

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Reform soll Führerschein günstiger machen

Verkehrsminister Patrick Schneider möchte die Kosten für den Führerschein deutlich senken und plant entsprechend ein umfassendes Reformpaket. Viele angehende Fahranfänger hoffen auf sinkende Preise – doch die sind kurzfristig nicht zu erwarten.

Ein entsprechendes Gesetz tritt voraussichtlich frühestens Anfang 2027 in Kraft und eine spürbare Preissenkung braucht auch dann noch Zeit. Folgende Maßnahmen werden aktuell diskutiert:

  • Erleichterung der Theorie: FahrschülerInnen sollen per App lernen können und die Regulierung für Unterrichtsräume in Fahrschulen soll abgeschafft werden. Die Reduktion der über 1.000 Prüfungsfragen um ein Drittel ist ebenfalls geplant
  • Erleichterung der Praxis: Simulatoren sollen den Preis für Übungsstunden weiter senken, z.B. indem kein Schaltwagen mehr angeschafft werden muss, sondern die Schaltkompetenz komplett digital gelehrt wird. Sonderfahrten könnten ebenfalls am Simulator übernommen werden. Außerdem soll die Dauer der praktischen Prüfung auf das EU-Minimum von 25 Minuten gesenkt werden, um mehr Prüfungen zu erlauben.
  • Bürokratierückbau: Vorgaben zur Aufzeichnung und Dokumentation sollen für Fahrschulen erleichtert werden, FahrlehrerInnen sollen sich digital Fortbilden können und die Überwachung von Fahrschulen soll effizienter gestaltet werden.
  • Transparenz: Fahrschulen sollen ihre Preise transparent Veröffentlichen und Durchfallquoten bereitstellen. Dies soll den Wettbewerb stärken und FahrschülerInnen eine Übersicht über wahrscheinliche Kosten geben.

Die Reform greift hauptsächlich Kostenpunkte für Fahrschulen auf und hofft, dass die Erleichterungen sich in günstigeren Preisen niederschlagen. Gleichzeitig soll die Qualität der Ausbildung möglichst erhalten bleiben.

Eine direkte Vorschrift für günstigere Preise wird es jedoch vorerst nicht geben. Entsprechend ist es auch nicht ratsam, länger mit dem Führerschein zu warten – in der Hoffnung, dass es bald billiger wird.

Mit diesen Tipps wird der Führerschein billiger

Anstatt auf Preissenkungen durch Marktveränderungen zu warten, bietet es sich an, Kosten an anderer Stelle zu sparen. Vor allem die Preise der Fahrschulen und die Anzahl der Fahrstunden sind mögliche Stellschrauben. Mit diesen Tipps lassen sie sich beeinflussen:

  • Preise von Fahrschulen vergleichen: Wo ist die Gebühr höher und wer hat die günstigsten Fahrstunden? Wie schlagen sich die Kosten bei etwa 25 Praxisstunden nieder – wie bei 50? Hier ist Mathe gefragt!
  • Meinungen über FahrlehrerInnen einholen: Die Harmonie zwischen FahrlehrerInne und -schülerInnen ist nicht zu unterschätzen. Wer weniger Stress ausgesetzt ist, fährt und lernt besser. Hier haben die Erfahrungen von Freunden und Verwandten einen hohen Wert.
  • Verkehrsübungsplatz statt Fahrstunde: Viele Grundlagen, wie das Anfahren, Schalten und Einparken lassen sich auch mit Freunden oder Verwandten auf dem Verkehrsübungsplatz üben. Dort zahlst du oft nur einen Bruchteil der Kosten für eine Fahrstunde mit FahrlehrerIn. Die 12 Sonderfahrten in der Fahrschule sind jedoch weiterhin Pflicht.
  • Am Ball bleiben: Große Lücken zwischen einzelnen Fahrstunden zögern den Lerneffekt heraus. Entsprechend sollte man für die Fahrstunden genug Zeit einplanen und Fahrschulen heraussuchen, in denen man keine Wochen auf einen Termin wartet.
  • Nicht nach teuren Autos auswählen: Ein Mercedes als Fahrschulauto fühlt sich gut an – doch die Kosten werden häufig an die FahrschülerInnen abgegeben. Mit einem Mittelklassewagen lernt sich das Fahren ebenso leicht.
  • Nicht durch Theorieprüfung fallen: Lernen lohnt sich. Aktuell fallen etwa 45 % der FahrschülerInnen durch die Theorieprüfung. Wer gut lernt und zusätzliche Apps zur Hilfe nimmt, kann hier sparen. Vor allem die Anmeldegebühr zur Prüfung schlägt ordentlich zu Buche.
  • Praxisprüfung nur mit genug Erfahrung: Es ist verlockend, die Praxisprüfung mit so wenigen Fahrstunden wie möglich zu absolvieren – doch häufig ist es zu früh. Etwa ein Drittel der FahrschülerInnen fällt durch die praktische Prüfung.
  • Führerschein im Ausland machen: Nur, wer über ein halbes Jahr im Ausland lebt, kann dort den Führerschein machen. Außerdem wird der Führerschein aus jedem EU-Land zwar anerkannt – dennoch herrscht oft eine unterschiedliche Fahrkultur.

Schummeln lohnt sich nicht: Wer bei einem Täuschungsversuch erwischt wird, wird meist für sechs bis neun Monate gesperrt, bis er die Prüfung erneut ablegen kann. Wer gar mit einem falschen Pass in die Prüfung geht, kann sogar eine Anzeige wegen Missbrauch von Ausweispapieren bekommen.

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Halterhaftung im Fuhrpark: Das müssen Fuhrparkleiter beachten

In Ihrem Fuhrpark ist die Halterhaftung ein unvermeidbares Thema. Regelungen zu den Pflichten von Fahrzeughaltern finden sich im Gesetz an verschiedenen Stellen. Wir haben hier für Sie die wichtigsten Informationen zur Halterhaftung zusammengeführt.

Weitere EU-weite Änderungen zum Führerschein

Neben der Änderung für die Erleichterung des Erwerbs des Führerscheins, gibt es ebenfalls Neuerungen beim Führerscheinentzug: Bei einem Fahrverbot im Ausland soll ebenfalls ein Fahrverbot im Heimatland drohen, sofern es durch schweren Vergehen wie Alkohol am Steuer oder erheblicher Geschwindigkeitsüberschreitung entstanden ist. Das entsprechende Gesetz wird bereits im Bundestag diskutiert und folge einer EU-Richtlinie.

Zudem wurde schon seit einigen Jahren ein Ablaufdatum für Führerscheine beschlossen. Auch Führerscheine, die ursprünglich kein Ablaufdatum hatten, sind davon betroffen und müssen umgetauscht werden.

Ein weiteres Gesetz ist für all diejenigen eine Option, denen der Führerschein generell zu teuer ist: Seit dem 1. Januar 2026 kann die Bundeswehr den Führerschein im Rahmen des Neuen Wehrdienstes bezuschussen, sofern die Bewerber sich für mindestens 12 Monate Dienst verpflichten. Die möglichen Bezuschussungen gelten aktuell für die Führerscheinklassen B (bis 3.500 Euro) und C (bis 5.000 Euro).

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