Fahrerunterweisung nach UVV: Gründe, Regeln & Tipps

Die Fahrerunterweisung nach UVV ist eine jährliche Pflicht in Unternehmen mit Fuhrparks. Erfahren Sie hier, worauf sie achten müssen, damit Ihnen keine rechtlichen Konsequenzen drohen.
6. Februar 2020

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Paul Becht

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Auf einen Blick

Was ist die Fahrerunterweisung nach UVV?

Die Fahrerunterweisung nach UVV ist Teil des gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsschutzes. Durch die Unterweisung soll sicher gestellt werden, dass alle FahrerInnen im Umgang mit den Fahrzeugen des Unternehmens vertraut sind – unabhängig zur Fahrerlaubnis.

Wie oft muss die Fahrerunterweisung nach UVV durchgeführt werden?

Die Fahrerunterweisung muss jährlich durchgeführt werden. Tatsächlich können bei Nichteinhaltung der Pflicht Bußgelder gegenüber der Fahrzeughalter – in der Regel das Fuhrparkmanagement – verhängt werden. Im Falle einer Gefährdung von Menschen durch die unterlassene Unterweisung kann es sogar zu Freiheitsstrafen kommen.

Welche Inhalte muss die Fahrerunterweisung nach UVV enthalten?

Die Fahrerunterweisung muss der Gefährdungsbeurteilung im Unternehmen entsprechen. Das Verhalten beim Einweisen, Be- und Entladen bis hin zur Unfallsicherung können thematisiert werden. Entsprechende E-Learning-Anbieter decken alle relevanten Themen ab und sparen den Organisationsaufwand der Gruppenunterweisungen.

Text

Regelmäßige Unterweisungspflicht

Rechtliche Fallen im Fuhrpark gibt es viele. In der Regel gelten schließlich die Manager des Fuhrparks als Fahrzeughalter. Somit werden Sie im Rahmen der Halterhaftung in die Verantwortung für verschiedene Pflichten wie der regelmäßigen Führerscheinkontrolle genommen.

Aber auch in Ihrer Rolle als Vorgesetzter im Rahmen der Fahrzeugnutzung entstehen Pflichten. Dazu gehört unter anderem die jährliche Fahrerunterweisung nach UVV, welche wir im Folgenden genauer unter die Lupe nehmen werden.

Warum gibt es die Fahrerunterweisung nach UVV?

Viele MitarbeiterInnen verkennen den Sinn der Fahrerunterweisung. Leider denken auch oft genug Fuhrparkleiter: „Jeder Mensch mit Führerschein kann ein Auto fahren, warum sollen die Mitarbeiter also noch unterwiesen werden?“ Eine einfache und oft gehörte Antwort ist: „Weil es so im Gesetz steht.“ Doch natürlich hat eine Unterweisung auch praktischen Sinn. Falls Ihre MitarbeiterInnen in ihrer Freizeit Fehler und Unachtsamkeiten begehen, mag das deren Sache sein.

Auf der Arbeit sieht das jedoch ganz anders aus. Als Arbeitgeber stellt das Unternehmen den Angestellten Arbeitsmittel bereit. Im Falle der Fahrzeuge geschieht dies stellvertretend durch die Fuhrparkleitung. Doch auch ein Fahrzeug kann allgemein eine Gefahr darstellen. Weil die Nutzung des Fahrzeugs durch das Unternehmen angewiesen wird, trägt es auch die Verantwortung, die daraus resultierende Gefahr einzuschränken. Relevante Schäden entstehen schließlich erst dadurch, dass FahrerInnen das Fahrzeug im Rahmen der Arbeit verwenden. Dabei ist auch an die Gesundheit der FahrerInnen zu denken.

So könnte es schließlich auch sein, dass die MitarbeiterInnen zwar eine gültige Fahrerlaubnis besitzen, aber grundlegende Sicherheitsvorkehrungen einfach vergessen haben. Da das Unternehmen die Nutzung des Fahrzeugs anordnet, muss es auch dafür sorgen, dass die FahrerInnen schadens- und unfallfrei damit zurechtkommen können. Der Fahrerunterweisung liegen also primär Gedanken der Sicherheit zugrunde. Die entsprechenden Stellen im Gesetzbuch dienen keinem Selbstzweck.

Die Fahrerunterweisung im Gesetzbuch

Auch wenn die Fahrerunterweisung in vielen Betrieben halbherzig oder gar nicht stattfindet, ist sie eine wichtige Vorschrift, welche in keinem Fall zu kurz kommen sollte.

Im Arbeitsschutzgesetz erklärt § 12, dass eine Unterweisung vor Inbetriebnahme von Arbeitsmitteln stattfinden muss. Dazu gehören ebenfalls Fahrzeuge des Fuhrparks.

[…] Die Unterweisung muss bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich, der Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie vor Aufnahme der Tätigkeit der Beschäftigten erfolgen. […]

– § 12 ArbSchG

Das Arbeitsschutzgesetz dient dazu, die Angestellten in einem Unternehmen vor gesundheitlichen Risiken zu schützen. Es zeigt sich also, dass die Fahrerunterweisung nach UVV vor allem für das Wohlbefinden und die Sicherheit der Angestellten eingeführt wurde – nicht um diese zu ärgern. Erinnern Sie die ambitionierten Fahrzeugführer ruhig daran, wenn sie sich über die jährliche Unterweisung beschweren.

In der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) wird ebenfalls auf die Informationspflicht über Arbeitsmittel unter Berücksichtigung der Gefährdungsbeurteilung hingewiesen. § 12 BetrSichV legt zudem die Regelmäßigkeit der Fahrerunterweisung fest:

„[…] Der Arbeitgeber hat die Beschäftigten vor Aufnahme der Verwendung von Arbeitsmitteln tätigkeitsbezogen anhand der Informationen nach Satz 1 zu unterweisen. Danach hat er in regelmäßigen Abständen, mindestens jedoch einmal jährlich, weitere Unterweisungen durchzuführen. Das Datum einer jeden Unterweisung und die Namen der Unterwiesenen hat er schriftlich festzuhalten […]“

– § 12 BetrSichV

Sollte es also keine wesentlichen Änderungen im Fuhrpark geben, ist das Unternehmen verpflichtet, die Fahrerunterweisung jährlich durchzuführen. Diese Pflicht delegiert die Unternehmensleitung in der Regel an die Fuhrparkleitung.

Fuhrparkleiter sollten dieser Pflicht auch aus eigenem Interesse in jedem Fall nachkommen. Nach § 25 ArbSchG kann die vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlung der Verordnungen mit hohen Bußgeldern bestraft werden. Bei wiederholter Zuwiderhandlung oder im Falle der Gefährdung von Leben und Gesundheit der Beschäftigten drohen nach § 26 ArbSchG sogar Geld- und Freiheitsstrafen.

Inhalte der Fahrerunterweisung nach UVV

Die Inhalte der Fahrerunterweisung richten sich nach den Herausforderungen des Fuhrparks. Grundsätzlich ergeben sich diese aus der DGUV Vorschrift 70. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) erlässt verpflichtende Vorschriften zur Unfallverhütung. Diese Unfallverhütungsvorschriften (UVV) beinhalten auch die Regelungen zu Fahrzeugen von Betrieben. In der DGUV Vorschrift 70 finden sich diese vor allem ab § 32.

Die Vorschrift beinhaltet alle relevanten Themen vom Rückwärtsfahren über Warnkleidung bis Sicherheit an Parkplätzen. Doch auch branchenspezifische Sicherheitsunterweisungen dürfen nicht vernachlässigt werden. Der Umgang mit Ladungen oder auch Sicherheit an Baustellen, Parkplätzen und anderen Arbeitsorten finden in der Fahrerunterweisung ebenso Platz, wie allgemeinere Informationen über die Unterschiede der Diesel-, Benzin-, Elektro- oder Hybridfahrzeuge.

Darum muss die Fuhrparkleitung zunächst eine Gefährdungsbeurteilung vornehmen. Gefahrenquellen können sich ständig ändern und die Beurteilung ist ein fortwährender Prozess. Generell gilt: Sobald sich das Arbeitsfeld ändert, ändert sich auch die Unterweisung. Eine verpflichtende Blaupause gibt es nicht. Allerdings kann man sich flächendeckende Systeme von Experten zunutze machen und sich gleichzeitig viel Aufwand sparen.

E-Learning zur UVV Fahrerunterweisung spart Zeit

Präsenzschulungen haben den entscheidenden Nachteil, dass sie viel Zeit in Anspruch nehmen. Der Aufwand variiert je nach Größe des Fuhrparks und kann sich durch eine erschwerte Terminfindung in die Länge ziehen. Dabei reicht bei großen Fuhrparks ein einzelner Termin oft nicht aus, um alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über Sicherheitsrisiken aufzuklären. Viele FahrerInnen sind ohnehin nicht besonders begeistert von den Frontalschulungen.

Warum sollten Sie sich und Ihren Angestellten dann nicht den Gefallen tun und die Fahrerunterweisung nach UVV an einen Experten abgeben, der den Vorgang für alle Beteiligten ungebundener und damit angenehmer gestaltet?

Die Digitalisierung macht es möglich, dass die UVV Fahrerunterweisung über E-Learning-Plattformen stattfinden kann. Hier können ihre MitarbeiterInnen selbst entscheiden, wann und wo sie sich die Zeit für die Vorträge zur Sicherheit nehmen wollen. Zusammen mit unserem Partner DEKRA bieten wir eine umfassende Fahrerunterweisung an, welche auf die Ansprüche vielfältiger Branchen ausgerichtet ist. Darüber hinaus erfüllt das System alle Kriterien der DGUV und lässt sich überall und jederzeit anwenden. Ihre FahrerInnen können sich somit die Unterweisung flexibel einteilen und werden Ihnen für die Entlastung dankbar sein.

Verpassen Sie keine Fahrerunterweisung mehr

Damit Sie auch bei der UVV Fahrerunterweisung keine Fristen mehr verpassen, haben wir unser Zusatzmodul für die Fahrerunterweisung nahtlos in das bestehende Kontrollsystem integriert.

So können Fuhrparkleiter mit DriversCheck nicht nur die verpflichtende Führerscheinkontrolle automatisieren, sondern auf derselben Oberfläche auch ausstehenden Fahrerunterweisungen im Blick behalten. Das System erinnert automatisch an Fristen und meldet Überschreitungen – so haben Sie bei minimalem Aufwand stets maximalen Überblick. Unsere Kunden profitieren damit von einer einzigartigen und ganzheitlichen Lösung der Halterhaftung im Fuhrpark.

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Paul Becht

Paul Becht

Teamleiter & Manager Marketing
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