Smart Repair: Diese Reparaturen kosten nicht die Welt
Kleine Schäden einfach ausbessern, statt große Teile auszutauschen? Was früher gang und gäbe war, ist seit einigen Jahren wieder modern. Hinter der „Smart Repair“ steckt jedoch mehr als nur ein Marketing-Schlagwort: Durch moderne Technologie lassen sich vor allem kleine Schönheitsfehler schnell und einfach ausbessern – ohne gleich ein ganzes Teil ausbauen zu müssen. Das spart dem Fuhrpark Kosten, Zeit und Material.
Auf einen Blick
Was versteht man unter Smart Repair?
Smart Repair steht für „Small to Medium Area Repair Technology“ – schnelle, kostengünstige Verfahren zur Ausbesserung kleiner Lack-, Dellen- oder Kunststoffschäden, ohne ganze Fahrzeugteile zu ersetzen.
Wann lohnt sich Smart Repair?
Wenn der Schaden klein, oberflächlich und nicht sicherheitsrelevant ist. Typisch sind Kratzer, kleine Dellen oder Felgenkratzer. Bei größeren oder tiefen Beschädigungen ist der Austausch meist wirtschaftlicher – und sicherer.
Was gilt bei Leasingfahrzeugen?
Kleine Gebrauchsspuren darf der Leasinggeber meist nicht berechnen. Für Reparaturen darüber hinaus gilt: Immer Rücksprache halten, nur Fachbetriebe beauftragen und Rechnungen sowie Fotos aufbewahren.
Das steckt hinter dem Begriff Smart Repair
Hinter dem Begriff Smart Repair verbirgt sich eine Reihe von Reparaturmethoden, die vor allem kleinere, kosmetische Schäden am Fahrzeug betreffen. Das Wort ist ein Akronym für „Small to Medium Area Repair Technology“, also der Reparaturtechnik von kleinen bis mittleren Arealen. Darunter fällt zum Beispiel die lokale Behandlung von:
- kleinen Beulen und Dellen
- kleinen Lackschäden
- kleine Risse in Plastikteilen
- kleine Risse oder Löcher in Sitzbezügen oder dem Fahrzeughimmel
- kleine Risse oder Löcher im Armaturenbrett
Da der Begriff der Smart Repair jedoch nicht geschützt ist, können unterschiedliche Reparaturangebote darunterfallen. Aus demselben Grund kommt es bei der Qualität der Reparatur stark auf die verwendeten Methoden und Geräte sowie die Fähigkeiten des Personals an. Eine Standardisierung und Erfolgsgarantie gibt es daher nicht.
Doch in vielen Fällen lassen sich mit Smart Repair kleinere Schäden komplett beseitigen – trotz der geringen Kosten von oftmals 50 bis 150 Euro, abhängig von der Art des Schadens und des Reparaturaufwands und Materialeinsatzes.
Diese Methoden gelten als Smart Repair
Grob gesagt, umfasst die Smart Repair mittlerweile fast alle Schönheitsmängel, die sich auf kleinem Raum befinden. Von Dellen über Lackschäden bis hin zu Rissen ermöglicht moderne Technologie heute die zeitnahe Reparatur ohne das Ausbauen von Fahrzeugteilen:
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Lackschäden mittels Spot Repair reparieren lassen
Als Spot Repair wird die Reparatur von kleinen Lackschäden bezeichnet. Kratzer im Lack werden bei dieser Methode des Smart Repair nur punktuell ausgebessert. Hierfür ist können sogar die digitale Farbmessung mit einem Spektrophotometer eingesetzt werden, um den genauen Farbton zu treffen.
Spot Repair ist in der Regel auf Schäden von einer Größe von bis zu 3,5 cm Länge bzw. Durchmesser begrenzt und wird oft nur an einer Stelle pro Fahrzeugteil durchgeführt.
Nicht jeder kleine Kratzer kann jedoch mittels Spot Repair behandelt werden. Hierbei kommt es auf die Tiefe der Kratzer und deren Lage an. Auf liegenden Flächen (Dach, Motorhaube) sind die Reparaturen nicht immer empfehlenswert, da die lokale Behandlung sichtbar sein könnte. Die Behandlung von Kratzern am Kotflügel oder am Stoßfänger sind nach der Spot Repair jedoch häufig nicht mehr mit dem bloßen Auge zu erkennen.
Kosten: Zwischen 40 und 150 Euro für einen kleinen Schaden
Risse füllen und aufbereiten
Sogar einige Risse in der Karosserie, z.B. am Stoßfänger können mittels Smart Repair repariert werden. Im Fall von Kunststoffteilen wird ein Metallgewebe in den Kunststoff eingeschmolzen, um diesem Stabilität zu verleihen. Die Oberfläche wird anschließend mit Kunststoff versiegelt, ggf. gespachtelt und anschließend lackiert.
Kosten: abhängig von Größe und Lage des Schadens etwa 60 bis 300 Euro
Mit Smart Repair Beulen und Dellen entfernen
Früher mussten Karosserieteile ausgebaut und mit dem Hammer nach Augenmaß ausgebeult werden. Heute gibt es etliche Verfahren, welche wesentlich genauer und schonender sind. Meist wird das PDR (Paintless Dent Repair) eingesetzt, bei welchem die Dellen mit einem Spezialkleber und verschiedenen Zugwerkzeugen herausgezogen werden, ohne dem Lack zu schaden. Dies gilt jedoch nur für Dellen, bei denen der Lack von vorneherein nicht beschädigt wurde.
Kosten: ab 50 Euro für eine kleine Delle bis hin zu 500 Euro für eine große Delle. Bei Hagelschaden sind Mengenrabatte üblich.
Beschädigte Armaturen mit Struktur reparieren
Selbst Reparaturen im Innenraum des Fahrzeugs lassen sich mit Smart-Lösungen durchführen. So können Risse in Armaturen und ähnlichen unflexiblen Teilen mit einer Spachtelmasse wie thermoplastischen Kunststoffen gefüllt. Die Struktur wird mittels einer Prägekartusche kopiert und auf die reparierte Stelle übertragen, sodass sie sich optisch möglichst nahtlos einfügt.
Das Verfahren ist auf Bereiche beschränkt, die nicht sicherheitsrelevant sind. Bei Airback-Abdeckungen oder Teilen der Crash-Zonen ist die Smart Reparatur nicht gestattet.
Kosten: Etwa 200 Euro für Riss von 2 cm Größe.
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Zerkratzte Felgen lokal ausbessern
Wurde die Felge beim unachtsamen Parken lokal beschädigt, lässt sich die Stelle unter Umständen auch lokal ausbessern. Hierfür muss nicht einmal das Rad abgenommen werden. Stattdessen wird nur die entsprechende Stelle gereinigt, geschliffen und der Schaden ausgefüllt und lackiert.
Dies ist in der Regel nur möglich, wenn die Kratzer nicht tiefer als 1 mm sind und nicht mehr als 50 mm vom Felgenrand entfernt sind. In diesem Fall muss die Felge ausgetauscht werden, da es sich nicht mehr um einen kosmetischen Schaden handelt, sondern die ordentliche Funktion der Felge gefährdet ist.
Eine solche Aufbereitung darf außerdem nur einmal durchgeführt werden. Die Fachwerkstatt sollte bestätigen, dass nur kosmetische Schäden bearbeitet wurden, damit die Betriebserlaubnis bestehen bleibt.
Kosten: Ab 50 Euro möglich.
Smart Repair bei Leasingfahrzeugen
Vor der Leasingrückgabe stellt sich die Frage: Sollte man kleine Schönheitsfehler reparieren lassen oder das Fahrzeug einfach zurückgeben? Dies lässt sich am besten frühzeitig mit dem Leasinggeber oder der Leasinggesellschaft absprechen.
Für viele kleinere kosmetische Mängel gilt, dass normaler Verschleißes bzw. gewöhnliche Gebrauchsspuren üblich sind – entsprechend müssen Leasinggeber diese in der Regel und in Maßen akzeptieren.
Gehen Schäden jedoch darüber hinaus, kann eine Werkstattbindung bestehen oder eine vorherige Zustimmung zur Reparatur erforderlich sein. Im Unternehmen hilft ein entsprechendes Schadensmanagement im Fuhrpark, Bei Unfällen mit dem Dienstwagen oder Poolfahrzeug schnell abzuwickeln – sei es ein kleiner Kratzer oder größere Schäden.
Schäden heimlich vor der Leasingrückgabe zu kaschieren, ist keine gute Idee, da dies den Fahrzeugwert mindern kann. Kommt eine nicht fachgerechte Reparatur heraus, drohen Nachforderungen wegen Wertminderung oder Verstoßen gegen die Rückgabebedingungen.
Die Grenzen für zulässige Ausbesserungen ohne Rücksprache liegen niedrig: Zwar sind Pflege- und Aufbereitungsarbeiten generell erlaubt, bei Teillackierungen, Kunststoffschweißungen oder strukturellen Eingriffen sollte aber unbedingt eine Freigabe des Leasinggebers vorliegen.
Wichtig: Smart-Repair-Arbeiten dürfen an Leasingfahrzeugen nur von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden, die den Eingriff dokumentieren. Der Vorher-/Nachher-Zustand sollte stets fotografisch festgehalten und durch einen Werkstattbericht oder eine Rechnung belegt werden. Das schützt im Streitfall vor unberechtigten Nachforderungen.
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