Grundlagen der UVV Fahrzeugprüfung


Die UVV Fahrzeugprüfung gehört zu den grundlegenden Halterpflichten im Fuhrpark. Erfahren Sie hier, ob Sie die Fahrzeugprüfung in Ihrem Fuhrpark ordnungsgemäß umsetzen.


Die UVV Fahrzeugprüfung soll den sicheren Ablauf von Arbeitsabläufen gewährleisten. Durch die ordnungsgemäße und regelmäßige Kontrolle der Fahrzeuge des Unternehmens können Sie jederzeit die Betriebssicherheit Ihres Fuhrparks nachweisen. Einerseits dient dies der Instandhaltung Ihres Fuhrparks. Andererseits sichern Sie sich rechtlich ab. Doch es gibt einiges zu beachten.

Denn die Nichterfüllung der Halterpflichten hat nicht nur im Schadensfall Folgen. Bei Zuwiderhandlungen gegen die Kontrollpflicht drohen Ihnen ebenfalls strafrechtliche Konsequenzen. Wie Sie diese vermeiden können und gleichzeitig den Arbeitsaufwand so gering wie möglich halten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was sind die Unfallverhütungsvorschriften?

Obwohl viele der Unfallverhütungsvorschriften (UVV) den Fuhrpark betreffen, haben sie ihren Ursprung nicht im Verkehrsrecht. Tatsächlich konkretisieren die UVV das staatliche Arbeitsschutzrecht, welches unter anderem aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) hervorgeht.

Die UVV sind daher nicht mit der regelmäßigen Hauptuntersuchung (HU) zu verwechseln. Diese bezieht sich lediglich auf die Sicherheit im Straßenverkehr. Die Unfallverhütungsvorschriften hingegen dienen der Betriebssicherheit.

Besonders Artikel 4 des Arbeitsschutzgesetzes verweist auf die Pflicht, Gefahren zu vermeiden und hierbei vor allem der Gefahrenquelle besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Damit die Gesetze und Verordnungen zum Arbeitsschutz in die Praxis umgesetzt werden können, bedarf es jedoch einer Konkretisierung des Rechts. Daher kann die Bundesgenossenschaft als Unfallversicherungsträger nach § 15 SGB 7 die Unfallverhütungsvorschriften erlassen.

Die Maßnahmen der UVV sind als Konkretisierung des Gesetzes somit verpflichtend. Kommen Sie ihnen nicht nach, droht Ihnen ein Bußgeld. Besonders im Schadensfall kann es brenzlich werden, da bei Arbeitsunfällen unter Umständen Versicherungsleistungen entfallen. Des Weiteren drohen Ihnen als Fahrzeughalter straf- und zivilrechtliche Folgen.

UVV im Fuhrpark

Die Unfallverhütungsvorschriften im Fuhrpark sind vor allem über die DGUV Vorschrift 70 geregelt. In dieser Vorschrift der Deutschen Gesellschaftlichen Unfallversicherung (DGUV) geht es vorrangig um die Sicherheit von Fahrzeugen im Betrieb.

Neben der UVV Fahrerunterweisung findet sich hier ebenfalls die Vorschrift zur regelmäßigen Fahrzeugprüfung wieder. Aus § 1 der DGUV Vorschrift 70 geht zudem hervor, welche Fahrzeuge unter die UVV fallen. Besonders relevant für Fuhrparkmanager: sowohl Poolfahrzeuge als auch Dienstwagen sind eingeschlossen.

Lediglich wenn der Angestellte auch als Halter des Fahrzeugs gilt, ist das Unternehmen nicht für die Einhaltung der UVV zuständig. Dies ist der Fall, wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin den Privatwagen für geschäftliche Zwecke nutzt. In allen anderen Fällen trägt der Fahrzeughalter die Verantwortung. Da viele Unternehmen die Halterverantwortung – und somit die Halterhaftung – an die Fuhrparkleitung delegieren, ist es Ihre Aufgabe, die UVV Fahrzeugprüfung ordnungsgemäß durchführen zu lassen.

UVV Fahrzeugprüfung

Die UVV Fahrzeugprüfung muss einmal im Jahr durch eine sachkundige Person erfolgen, kann bei Bedarf jedoch mehrfach durchgeführt werden. Als sachkundig gilt laut DGUV eine Person mit fachlicher Ausbildung und Erfahrung auf dem Gebiet der Fahrzeugtechnik. Zudem muss die Person auch Kenntnisse über die entsprechenden rechtlichen Anforderungen und Vorschriften haben.

Zur Prüfung der Arbeitssicherheit ist es ratsam, eine professionelle Werkstatt oder einen Gutachter hinzuzuziehen, bei deren Qualifikation keine Bedenken offenbleiben. Denn nicht zuletzt geht es bei der UVV nicht nur um eine juristische Absicherung der Fuhrparkleitung, sondern auch um das Wohlergehen Ihrer MitarbeiterInnen.

Auch mit der sorgfältigen Dokumentation der Überprüfung kennen sich qualifizierte Prüfer aus. Der Name des Prüfers, das Prüfdatum, der Umfang der Prüfung und die Fahrzeugdaten gehören hier in jedem Fall dazu. Werden keine Mängel am Fahrzeug festgestellt, benötigt es keine konkrete Aufstellung der Prüfpunkte. Diese werden nur bei der Dokumentation konkreter Sicherheitsmängel und deren Behebung mit aufgenommen.

Nichteinhaltung der UVV hat schwerwiegende Folgen

Je größer der Fuhrpark, desto mehr Termine müssen Sie im Überblick behalten. Die Dokumentation der Überprüfungen, Mängelbeseitigungen und Befunde nehmen zusätzlichen Platz im Büro ein. Damit die Erfüllung der Halterpflichten nicht im organisatorischen Chaos endet, gibt es elektronische Lösungen, welche Ihnen einen Großteil der Organisation abnehmen.

Die ordnungsgemäße Dokumentation ist vor allem wichtig, wenn Prüfungen – beispielsweise im Schadensfall – nachgewiesen werden müssen. Ist diese fehlerhaft oder unzureichend, drohen trotz durchgeführter Kontrolle rechtliche Konsequenzen. Tatsächlich benötigt es im schlimmsten Fall nur ein einziges fehlendes Dokument, um im Schadensfall ohne ausreichende Nachweise dazustehen. Bußgelder von 2.500 bis 10.000 Euro und die Gefahr auf den Kosten eines Unfalls sitzen zu bleiben, sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Die drei Säulen der Fahrzeugprüfung im Unternehmen

Die Arbeitssicherheit ihres Fuhrparks wird allerdings nicht nur mittels UVV Fahrzeugprüfung durch eine sachkundige Person gewährleistet. Erst durch die zweijährliche Hauptuntersuchung wird auch die Verkehrssicherheit eines Fahrzeugs offiziell bestätigt.

Zusätzlich muss die jährliche Fahrzeugprüfung durch eine sachkundige Person ebenfalls im täglichen Betrieb ergänzt werden. Artikel 36 der DGUV Vorschrift 70 nimmt FahrerInnen in die Pflicht, ein Firmenfahrzeug vor Fahrtantritt auf die Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Mängel und Schäden, welche während der Nutzung entstanden sind, müssen ebenfalls dokumentiert und an Halter, sowie nachfolgende FahrerInnen weitergegeben werden.

Die Arbeitssicherheit der Fahrzeuge steht somit grundsätzlich auf drei Säulen: Der zweijährlichen Hauptuntersuchung, der jährlichen Prüfung durch eine sachkundige Person und der Prüfung vor Fahrtantritt durch die FahrerInnen. Weil keine dieser Säulen die anderen mit einschließen oder ersetzen kann, gilt es, den Überblick zu behalten und alle Kontrollen sorgfältig zu organisieren.

Wenn sie hierfür anstelle der unübersichtlichen manuellen Dokumentation lieber auf moderne und revisionssichere Software zählen wollen, bietet die Führerscheinkontrolle DriversCheck mit dem Erweiterungsmodul UVV Fahrzeugprüfung eine handliche und rechtssichere Lösung. Die Software sichert Sie sich nicht nur rechtlich ab, Sie sparen durch reduzierte Organisations- und Kommunikationsprozesse zudem viel Zeit.

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