Führerschein verloren? Was du jetzt tun musst

23. Dezember 2024 6 minutes Lesezeit
Nils Heininger Freier Redakteur

Wer seinen Führerschein verloren hat, sollte ihn zeitnah neu beantragen. Wir verraten, was es zu tun gibt und wie viel es kostet, einen Ersatzführerschein nach Verlust oder Diebstahl zu erhalten.

Auf einen Blick

Was muss ich tun, wenn ich meinen Führerschein verloren habe?

Wenn du deinen Führerschein verloren hast, ist ein Gang zur Fahrerlaubnisbehörde deines Wohnsitzes nötig. Hier beantragst du einen Ersatzführerschein.

Wieviel kostet ein Ersatzführerschein nach Verlust oder Diebstahl

Die Kosten für einen Ersatzführerschein belaufen sich insgesamt auf etwa 70 bis 80 Euro. Hinzukommen gegebenenfalls Gebühren für die Übergangsdokumente, Expressbearbeitung oder den Versand zu dir nach Hause

Wie lange dauert es, einen neuen Führerschein nach Verlust auszustellen?

Nach dem Antrag bei der Fahrerlaubnisbehörde dauert es meist vier bis sechs Wochen, bis der neue Führerschein da ist. In dringenden Fällen ist gegen Aufpreis eine Ausstellung in zwei bis drei Tagen möglich.

Nach Führerscheinverlust nicht lange abwarten

Hast du deinen Führerschein verloren, solltest du nicht lange zögern. Zwar wird das Fahren ohne Führerschein nur mit einem Verwarnungsgeld von zehn Euro geahndet, doch irgendwann musst du den Führerschein ohnehin neu beantragen.

Je eher du dich darum kümmerst, desto geringer ist das Risiko, dass du den Behördengang vergisst und im entscheidenden Moment ohne Nachweis deiner Fahrerlaubnis dastehst – zum Beispiel, wenn du ein Auto mieten möchtest oder tatsächlich in eine allgemeine Verkehrskontrolle gerätst. Außerdem droht auch ein Bußgeld von zehn Euro, wenn der Verlust nicht zeitnah gemeldet wird.

Allerdings gelten in einige Behörden, z.B. in München, auch Sperrfristen und du darfst den Führerschein erst zwei bis drei Wochen nach dem Verlust neu beantragen. Dies soll ein Wiederauffinden des Führerscheins ermöglichen und unnötige Kosten oder Arbeit vermeiden.

Führerschein verloren oder gestohlen?

Anders sieht es aus, wenn du dir sicher bist, dass dein Führerschein gestohlen wurde. Hier musst du zunächst den Diebstahl bei der Polizei melden. Die Beamten stellen dir dann eine Diebstahlbescheinigung aus, mit der du den neuen Führerschein beantragen kannst. Die Diebstahlbescheinigung kostet zwar Geld, ersetzt aber die Kosten zur eidesstattlichen Versicherung, welche du bei einem Verlust des Dokuments abgeben musst.

Auch, bzw. gerade im Ausland solltest du einen gestohlenen Führerschein bei der ausländischen Polizeibehörde anzeigen. Schließlich willst du bei der Kontrolle nicht in einem fremden Land mit der Polizei in Konflikt geraten. Gerade weil es für die Beamten im Ausland schwieriger wird, deine bestehende Fahrerlaubnis zu prüfen.

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Trotz Führerscheinverlust darfst du weiterfahren

Mit dem Verlust deines Führerscheins erlischt nicht deine Fahrerlaubnis. Hierbei handelt es sich um zwei unterschiedliche Dinge. Die Fahrerlaubnis ist die grundsätzliche Erlaubnis, ein Kraftfahrzeug der angegebenen Führerscheinklassen zu bewegen. Der Führerschein ist lediglich der Nachweis der Fahrerlaubnis. Beim Führerscheinentzug ist es sogar möglich, dass die Fahrerlaubnis erlischt, noch bevor der Führerschein abgegeben wurde.

Fährst ohne deinen Führerschein, musst du mit einem Verwarnungsgeld von zehn Euro rechnen. Um das zu vermeiden, kannst du bei der Neubeantragung deines Führerscheines einen vorläufigen Übergangsführerschein beantragen, der dir ausschließlich im Inland deine Fahrerlaubnis bestätigt. Allerdings kostet auch dieses Dokument eine Gebühr, sodass viele FahrerInnen sich das Geld sparen und darauf hoffen, dass sie nicht kontrolliert werden.

Ein solches Vorgehen kann jedoch auch zu Problemen führen, zum Beispiel wenn du einen Dienstwagen hast und die halbjährliche Führerscheinkontrolle vom Arbeitgeber genau dann anfällt, wenn du noch auf deinen neuen Führerschein wartest.

Führerschein neu beantragen: So geht’s

Hast du deinen Führerschein verloren, musst du dich für die Neubeantragung an deine zuständige Fahrerlaubnisbehörde wenden. In der Regel verlangen die Behörden zunächst eine gebührenpflichtige eidesstattliche Versicherung, in welcher du den Verlust offiziell meldest.

Bist du noch im Besitz eines alten Papierführerscheins, wird eine Karteikartenabschrift gefordert. Diese musst du bei deiner früheren Fahrerlaubnisbehörde beantragen und der neuen Behörde vorlegen. In diesem Falle wäre ohnehin bald ein Umtausch nötig geworden, da mittlerweile ein Ablaufdatum für alle Führerscheine gilt.

Diese Dokumente solltest du bei der Behörde bereithalten:

  • Ausweisdokument (Reisepass oder Personalausweis)
  • Aktuelles biometrisches Passfoto
  • eidesstattliche Versicherung
  • Karteikartenabschrift

Die meisten Behörden sind heutzutage fähig, über einen Bezahlautomaten sowohl Bar- als auch Kartenzahlung entgegenzunehmen.

Dauer der Ausstellung eines neuen Führerscheins

Wie lange es dauert, bis der neue Führerschein nach einem Verlust oder Diebstahl ausgestellt wird, ist unterschiedlich. In der Regel sollte der Führerschein innerhalb von vier bis sechs Wochen bei der Behörde vorliegen oder im Falle des Direktversands bei dir zu Hause ankommen. Eine Online-Beantragung kann diesen Vorgang gegebenenfalls etwas beschleunigen, auch weil du keinen Termin in der Behörde benötigst. Nicht alle Behörden bieten diese jedoch an.

Wenn du es sehr eilig hast, beispielsweise wenn du ein Auto mieten möchtest, kannst du auch die Express-Bestellung auswählen, bei der du den Führerschein innerhalb von wenigen Tagen (i.d.R. zwei bis drei) erhältst. Dies ist mit zusätzlichen Gebühren verbunden.

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Kosten für die Beantragung eines neuen Führerscheins

Ein Ersatzführerschein ist nicht kostenlos. Die Preise für die Beantragung variieren von Behörde zu Behörde nur sehr geringfügig. Hier die Kosten am Beispiel der Neubeantragung eines Führerscheins in Berlin, München oder Hamburg (Stand 11.12.2024):

Kostenstelle Kosten Berlin Kosten München Kosten Hamburg
Antrag Ersatzführerschein 43,10 Euro 43,10 Euro
(45,85 Euro Online) Zwischen 46,50 und 77,50 insgesamt
Eidesstattliche Versicherung 30,70 Euro in Kosten inbegriffen
Direktversand nach Hause (optional) 5,10 Euro 5,25 Euro in Kosten inbegriffen
Vorläufiger Führerschein (optional) 10,00 Euro 9,00 – 19,10 Euro
Expressherstellung (optional) 7,70 Euro 34,14 Euro 26,40 Euro

 

In der Regel ist also mit Kosten zwischen 70 und 80 Euro beim Verlust des Führerscheins zur rechnen. Hinzukommen ggf. Gebühren für den vorläufigen Führerschein oder die Expressherstellung.

Wiederaufgetauchte Führerscheine müssen gemeldet werden

Im besten Falle taucht dein Führerschein nach einem Verlust wieder auf – gerade wenn du den Verlust gemeldet hast. Schließlich bist du über deinen Namen für Fundstellen oder die Polizei auffindbar. Selbst bei Diebstählen des Portemonnaies kommt es häufig vor, dass das Geld entnommen und der Rest weggeworfen wird – und letztlich gefunden wird.

In diesem Fall musst du die Fahrerlaubnisbehörde über den Fund informieren, um Bußgelder zu vermeiden. Dein alter Führerschein wird anschließend vernichtet, da es keine doppelten Dokumente geben darf.

Das ist zu tun, wenn du einen Führerschein findest

Findest du selbst einen Führerschein einer fremden Person, kannst du ihn bei der Polizei, dem Fundbüro oder der Führerscheinbehörde abgeben. Während du Ausweis oder Reisepass auch in einen Briefkasten der Deutschen Post werfen kannst und sie an die angegebene Adresse geschickt werden, ist dies bei Führerscheinen nicht ohne zusätzlichen Aufwand möglich: Hier ist keine Wohnadresse angegeben. Gerade bei häufig vorkommenden Namen, ist es schwer, den Besitzer ausfindig zu machen.

Die beste Adresse zur Abgabe eines gefundenen Führerscheins ist daher die nächstgelegene Polizeistation.

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