Einen Original Führerschein erkennen

Kaum zu glauben: Der Führerschein ist ein Wunder der Technik. Etliche Sicherheitsmerkmale schützen den modernen EU-Kartenführerschein vor Fälschungsversuchen. Hier lernen Sie, wie Sie den Original Führerschein erkennen können.
23. November 2020

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Nils Heininger

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Doppel Pfeil Rechts

Auf einen Blick

Welche Sicherheitsmerkmale gibt es am Führerschein?

Am modernen deutschen EU-Kartenführerschein befinden sich viele Sicherheitsmerkmale. Am leichtesten erkennbar sind das Laserkippbild bestehend aus drei Verkehrszeichen, die Hologramme auf der Frontseite und der durchgängige silberne Sicherheitsstreifen auf der Rückseite. Wesentlich subtiler sind die taktile Lasergravur und der Miniaturschriftzug „Führerschein Bundesrepublik Deutschland“.

Welche Sicherheitsmerkmale haben alte Führerscheine?

Die alten Papierführerscheine der BRD und DDR besitzen sehr wenige Sicherheitsmerkmale. Erst seit dem rosa Papierführerschein wurden fortschrittliche Merkmale wie das Wasserzeichen oder die fluoreszierende Druckfarbe eingearbeitet.

Welche Strafen drohen bei gefälschtem Führerschein?

Ein gefälschter Führerschein ist eine Straftat. Der Gebrauch eines solchen Dokuments kann mit einer hohen Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden. Wer ein Fahrzeug mit gefälschtem Führerschein führt, fährt zudem ohne Fahrerlaubnis und Versicherungsschutz.

Text

Der Originalführerschein ist hochwertig

Moderne EU-Kartenführerscheine kommen nicht aus einem handelsüblichen Drucker. Es gehört sehr viel Technik dazu, den Führerschein einwandfrei zu kopieren. Schon das Grundmaterial des deutschen EU-Kartenführerscheins – mehrschichtiges, aufhellerfreies Polycarbonat – ist sehr hochwertig.

Die Drucktechnik selbst ist ebenfalls nicht leicht mit einem heimischen Drucker zu kopieren. Der Irisdruck geht fließend von Grün ins Rosa und zurück ins Grün. Um die Fälschung zu erschweren, wurde eine spezielle Farbmischung gewählt, welche nicht dem herkömmlichen Druckformat CMYK entspricht.

Zudem besteht der Hintergrund aus feinsten, ineinander verschlungenen Linien. Diese Art der Dokumentgestaltung nennt sich Guillochen und findet sich ebenfalls auf Wertpapieren wieder.

Aber können Sie in diesen feinen Details eine Fälschung erkennen?

EU-Kartenführerschein: leicht erkennbare Merkmale

Material, Farbentreue und Linienführung gehören wohl eher zu den Erkennungsmerkmalen für Experten. Leichter identifizierbar und weniger technisch sind andere Merkmale des deutschen EU-Kartenführerscheins.

So können Sie Fälschungen bei der regelmäßigen Führerscheinkontrolle schnell selbst erkennen:

Info

Merkmale EU-Kartenführerschein

Miniaturschriftzug

Auf den ersten Blick sieht es aus wie eine Linie, welche den Dokumententitel beschreibt. Bei näherem Hinsehen fällt jedoch ein winzig kleiner Schriftzug auf. Die Worte Führerschein Bundesrepublik Deutschland (in Großbuchstaben) wiederholen sich als eine sehr feine Linie unter dem Titel. Kaum mit dem Auge auszumachen – und nur mit sehr guten Druckern fälschbar.

Volumenhologramm

Auf der Vorderseite des deutschen EU-Kartenführerscheins findet sich ebenfalls das Landeswappen als Hologramm im Bereich des Lichtbildes. Es ist von Sternen umgeben und wird sichtbar, wenn Sie den Führerschein leicht im Licht hin und her bewegen. Zusätzlich tauchen im Bereich der Führerscheindaten der Schriftzug Führerschein Bundesrepublik Deutschland sowie weiter holografische Details auf.

Taktile Lasergravur

Wesentlich subtiler und dennoch leicht zu erkennen sind die Unterschiede der Führerscheindaten auf der Vorderseite. Der Nachname (Punkt 1), Geburtsort und Geburtsdatum (Punkt 3) und die Führerscheinnummer (Punkt 5) sind nicht gedruckt, sondern per Laser in einem speziellen Verfahren eingraviert. Durch diese taktile Lasergravur ist die Schrift hier ein wenig dunkler als bei den anderen Daten und kann sogar ertastet werden, da sie minimal hervorsteht.

Sicherheitsfaden

Ziemlich schnell zu erkennen ist ebenfalls der eingearbeitete Sicherheitsfaden auf der Rückseite des Führerscheins. Je nach Ausstellungsdatum befindet dieser sich links oder rechts neben der Tabelle der Führerscheinklassen. Auf dem silbernen Sicherheitsfaden sollten Sie ebenfalls einen Mikroschriftzug in Großbuchstaben erkennen können: Führerschein, gefolgt von drei Sternen und Bundesrepublik Deutschland, gefolgt von drei Verkehrszeichen. Schlechte Fälschungen von Führerscheinen sind hier eindeutig zu erkennen.

Laserkippbild

Es sticht sofort ins Auge und ist wohl eines der ersten Sicherheitsmerkmale, welches auffällt. Das Laserkippbild mit Linsenstruktur zeigt die letzten Stellen der Führerscheinnummer oder drei Verkehrszeichen: Vorfahrt achten, Verbot der Einfahrt und Vorfahrtsstraße. Beim Kippen des Führerscheins von links nach rechts sollte sich der Schriftzug in die Schilder verwandeln – oder umgekehrt.

Fälschungen bei alten Führerscheinen erkennen

Die deutschen Papierführerscheine in Rosa oder Grau besitzen nur wenige Sicherheitsmerkmale. Zwar müssen diese Führerscheine ab 2022 nach und nach ausgetauscht werden, doch aktuell sind noch einige Exemplare im Umlauf. Selbst der DDR-Führerschein behält momentan noch seine Gültigkeit.

Während der alte graue „Lappen“ der BRD im Format A5 (gefaltet A6) unter UV-Licht willkürlich eingearbeitete, fluoreszierende Melierfasern zeigt, gibt es beim DDR-Führerschein kaum eine Möglichkeit, gute Fälschungen zu erkennen. Natürlich sollte das Ausstellungsdatum vor 1989 liegen und mit dem Alter des Inhabers vereinbar sein.

Mit der Wiedervereinigung kam der rosa Papierführerschein, gefaltet im Format A7 (210 mm x 106 mm). Hier gab es bereits fortgeschrittene Sicherheitsmerkmale, die leicht zu erkennen sind: Verschlungene Guillochen, die besonders gut mit der Lupe auszumachen sind, sowie fluoreszierende Druckfarbe, Melierfarbe und Planchetten, welche sich allerdings nur unter UV-Licht zeigen. Das im Papier eingearbeitete Wasserzeichen lässt sich hingegen gut mit bloßem Auge im Gegenlicht erkennen.

Gefälschte Führerscheine aus dem Ausland erkennen

Besonders in größeren Fuhrparks kann es Schwierigkeiten bereiten, ausländische Original Führerscheine bzw. deren Fälschungen zu erkennen. Zwar gibt es in vielen Ländern der Europäischen Union ähnliche Sicherheitsmerkmale, doch vor allem ältere Führerscheine erschweren hier die Kontrolle.

Aus diesem Grund stellt die Europäische Kommission über ihre Generaldirektion für Mobilität und Verkehr eine Datenbank der gängigen Führerscheine des Europäischen Wirtschaftsraum zur Verfügung. Über die Website können Sie das Ausstellungsland und -datum eines Führerscheins suchen und erhalten ein Muster des zu dieser Zeit ausgestellten Führerscheins samt Erklärungen der Sicherheitsmerkmale.

Hilfen zur Führerscheinkontrolle

Da im Unternehmen halbjährlich die Führerscheine der FahrerInnen kontrolliert werden müssen – sowohl im Falle von Dienstwagen- als auch Poolfahrzeugnutzung – lohnt sich der Einsatz einer Kontrollsoftware. Eine solche Software kann Zeit, Aufwand und somit erhebliche Kosten sparen. So erkennt DriversCheck durch Abtastung der integrierten Sicherheitsmerkmale fälschungssicher, ob es sich um einen echten deutschen EU-Kartenführerschein handelt. Damit sind Fuhrparkmanager auch mit minimalem Aufwand stets auf der sicheren Seite.

Durch das zusätzliche Verfahren der Siegelkontrolle, muss ein ausländischer Führerschein zudem nicht jedes Mal über die entsprechende Datenbank abgeglichen werden. Einmal kontrolliert und für gültig befunden, kann der Fahrer oder die Fahrerin bei Folgekontrollen selbst die Arbeit übernehmen. Ein zusätzlicher Vorteil der elektronischen Führerscheinkontrolle: dank der revisionssicheren Dokumentation können erfolgreiche oder nicht erfolgte Kontrollen noch Monate später einfach nachvollzogen werden.

Was tun bei gefälschtem Führerschein?

Die Führerscheinkontrolle im Unternehmen sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dem Fahrzeughalter drohen hohe Strafen, wenn er eine Fahrt anordnet, obwohl die unterwiesene Person keine gültige Fahrerlaubnis besitzt. Hinzu kommt der ausbleibende Versicherungsschutz im Falle eines Unfalls. Hat der Fahrzeughalter bei der Kontrolle der Führerscheine die Sorgfaltspflicht verletzt, wird es problematisch, denn im Rahmen der Halterhaftung steht er in der Kontrollpflicht.

Bei gefälschten Führerscheinen, sogenannten Fake-Führerscheinen, welche von zwielichtigen Anbietern im Internet verkauft werden, macht sich allerdings ebenfalls der Käufer schuldig. Nach § 267 des Strafgesetzbuchs gilt der Gebrauch des Fake-Führerscheins als Urkundenfälschung. Mit einer hohen Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren handelt es sich hierbei nicht mehr um ein Kavaliersdelikt. 

„Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

– § 267 StGB

Zusätzlich fährt die entsprechende Person das Fahrzeug ohne Fahrerlaubnis. Nach § 21 des Straßenverkehrsgesetzes droht eine Geldstrafe und sogar eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr – ebenfalls keine Kleinigkeit.

„Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder ihm das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist[…].“

– §21 StVG

Besser ist es daher, die Augen bei der Führerscheinkontrolle offen zu halten. Oft sind Fälschungsversuche ohnehin ein Verzweiflungsakt der MitarbeiterInnen, welche den Führerschein entzogen bekommen haben. Gerade solchen Fällen soll die regelmäßige Führerscheinkontrolle entgegenwirken. Im Rahmen der Halterhaftung bildet sie einen Grundpfeiler der Aufgaben des Fuhrparkmanagements.

Sollte Sie tatsächlich bei der regelmäßigen Überprüfung – oder durch die Information der/des Betroffenen selbst – über einen Führerscheinentzug erfahren, darf die entsprechende Person auf keinen Fall die Fahrzeuge des Unternehmens nutzen. Denn dann gilt es zu allererst, eine passende Lösung für das Problem zu finden.

Das wird bei der Prüfung auf Betriebssicherheit geprüft

Steht mit der Fahrzeugprüfung nach UVV auch die Hauptuntersuchung des Fahrzeugs auf dem Programm, wird bei der Fahrzeugprüfung lediglich die Arbeitssicherheit überprüft. Ist die Hauptuntersuchung allerdings erst im nächsten Jahr fällig, wird das Fahrzeug bei der UVV-Prüfung auf Verkehrs- und Arbeitssicherheit geprüft.

Info

Das wird im Rahmen der Arbeitssicherheit geprüft:

  • Befestigung Sitzplätze (oder bei Spezialfahrzeugen Liegeplätze)
  • Trittflächen, Stufen, Haltegriffe
  • Schalter und andere Betätigungseinrichtungen
  • Sicherung gegen unbefugte Nutzung (Schlösser)
  • Ladungssicherung
  • Bewegliche Fahrzeugteile (Türen, Motoraube, Kofferraum)
  • Vorhandene Warnkleidung
  • Ersatzradunterbringung
  • Vorhandensein der Betriebsanleitung des Herstellers
  • Befestigung der Einbauten, wie Navigationsgerät
Info

Das wird im Rahmen der Verkehrssicherheit geprüft:

  • Befestigung Sitzplätze (oder bei Spezialfahrzeugen Liegeplätze)
  • Trittflächen, Stufen, Haltegriffe
  • Schalter und andere Betätigungseinrichtungen
  • Sicherung gegen unbefugte Nutzung (Schlösser)
  • Ladungssicherung
  • Bewegliche Fahrzeugteile (Türen, Motoraube, Kofferraum)
  • Vorhandene Warnkleidung
  • Ersatzradunterbringung
  • Vorhandensein der Betriebsanleitung des Herstellers
  • Befestigung der Einbauten, wie Navigationsgerät

Ein Blick auf das Fahrzeug im Vorfeld kann sich durchaus lohnen, damit offensichtliche Mängel (z.B. fehlende Warnkleidung oder Betriebsanleitung) schon vor der Prüfung beseitigt werden können. Dadurch lässt sich der Erhalt der UVV-Prüfplakette ohne Mängelschein erhöhen.

Die drei Säulen der Fahrzeugprüfung

Ohnehin gehört die Sichtprüfung fest zur Arbeitssicherheit im Fuhrpark. Artikel 36 der DGUV Vorschrift 70 nimmt FahrerInnen in die Pflicht, ein Firmenfahrzeug vor Fahrtantritt auf die Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Mängel und Schäden, welche während der Nutzung entstanden sind, müssen ebenfalls dokumentiert und an Halter sowie nachfolgende FahrerInnen weitergegeben werden.

Die Arbeitssicherheit der Fahrzeuge steht somit grundsätzlich auf drei Säulen: der zweijährlichen Hauptuntersuchung, der jährlichen UVV-Prüfung sowie der täglichen Prüfung vor Fahrtantritt durch die FahrerInnen. Weil keine dieser Säulen die anderen mit einschließen oder ersetzen kann, gilt es, den Überblick zu behalten und alle Kontrollen sorgfältig zu organisieren.

Digitale Lösungen erleichtern die Organisation der Fahrzeugprüfung

Mit dem Erweiterungs-Modul “UVV Fahrzeugprüfung” bietet DriversCheck Fuhrparkverantwortlichen eine praktische und rechtssichere Lösung, um den Ansprüchen der Halterverantwortung gerecht zu werden.

Die Software sichert Sie sich nicht nur rechtlich ab, sondern erleichtert Ihnen ebenfalls den Arbeitsalltag. Durch reduzierte Organisations- und Kommunikationsprozesse sparen Sie Arbeitszeit – und damit Kosten.

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Nils Heininger

Nils Heininger

Freier Redakteur
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