i-KfZ-App soll nahezu reibungslos funktionieren
Seit Ende 2025 ist die Nutzung des digitalen Fahrzeugscheins in der i-Kfz-App des Kraftfahrtbundesamtes freigegeben – und findet großen Zuspruch in Bewertungen und Tutorials. Die App ist übersichtlich gestaltet und Fahrzeugscheine lassen sich leicht in digitaler Form abspeichern.
Durch den digitalen Service ist das Mitführen des Fahrzeugscheins in Papierform überflüssig. Dennoch muss das Originaldokument sicher aufbewahrt werden. Nicht zuletzt ist der digitale Fahrzeugschein nur in Deutschland gültig.
So wird der digitale Fahrzeugschein aktiviert
Die i-Kfz-App ist für alle Smartphones ab Android Version 12 oder iOS 17 verfügbar. Fahrzeughalter können ihren Fahrzeugschein mit der App in wenigen Schritten aufs eigene Smartphone laden:
- Herunterladen der App: i-Kfz ist für Android und iOS erhältlich
- Online-Aktivierung des digitalen Fahrzeugscheins
- mittels QR-Code: Bei neuen Fahrzeuganmeldungen erhalten Fahrzeughalter einen QR-Code. Alternativ können Nutzer ihn beim Kraftfahrbundesamt beantragen
- mittels digitalem Personalausweis: Die Nutzung des digitalen Personalausweises muss aktiviert sein. Anschließend kann der Fahrzeugschein über Angaben des Kennzeichens und der Bestätigung der Personalien aktiviert werden.
- Datenschutzrichtlinien lesen und akzeptieren
- Der Fahrzeugschein wird mit allen relevanten Daten aus der Kartei des Kraftfahrtbundeslands in die App geladen
- Digitalen Fahrzeugschein benennen (im Falle mehrerer Fahrzeugscheine)
Nach der Aktivierung des digitalen Fahrzeugscheins können die Daten des jeweiligen Fahrzeugs aufgerufen und bei Kontrollen vorgezeigt werden. Auch das Teilen und zeitlich begrenzte Teilen des Fahrzeugscheins mit anderen FahrerInnen ist über die i-Kfz-App in wenigen Schritten möglich.
Keine große Hilfe für den Fuhrpark
Obwohl die Digitalisierung des Fahrzeugscheins für Privatanwender sicher eine Entlastung ist, bleibt der Nutzen für den Fuhrpark überschaubar.
Zwar ist es möglich, den Fahrzeugschein digital an die MitarbeiterInnen weiterzugeben, doch die Voraussetzung dafür ist deren Nutzung der i-Kfz-App. Der Fahrzeugschein bei den Übergabedokumenten, im Handschuhfach oder hinter der Sonnenblende ist hier sicherlich die unkompliziertere Variante.
Für Privatanwender ist die digitale Einsicht in die Fristen für die Haupt- und Abgasuntersuchung sicherlich ebenfalls hilfreich – im Fuhrpark übernimmt dies jedoch meist eine Fuhrparksoftware mit weiterem Funktionsumfang.
Hinsichtlich der Einhaltung der UVV, die im Fuhrpark eine besondere Rolle spielt, bietet die i-Kfz-App bisher ohnehin keine Unterstützung. Weder die UVV Prüfung noch die UVV Unterweisung lassen sich über die Software kontrollieren.
Digitaler Führerschein 2026 erwartet
Ab Ende 2026 soll neben dem digitalen Fahrzeugschein auch der digitale Führerschein in der i-Kfz-App verfügbar sein. Vor allem für Privatanwender könnte dies einen großen Nutzen bringen. Doch auch hier ist bisher nicht zu erwarten, dass die Anliegen des Fuhrparkmanagements mitgedacht werden.
Die im Rahmen der Halterhaftung notwendige Führerscheinkontrolle im Fuhrpark verlangt aktuell, dass Fuhrparkbeauftragte regelmäßig die Führerscheine der Angestellten mit Zugriff auf einen Dienstwagen oder ein Poolfahrzeug kontrollieren.
Kritiker weisen bereits jetzt darauf hin, dass die behördliche Kontrollpraxis des digitalen Fahrzeugscheins bislang nicht vollständig standardisiert ist. Entsprechend ist kaum zu erwarten, dass der digitale Führerschein zeitnah mit einer Lösung zur Fernkontrolle durch Dritte ausgestattet wird.
Entsprechend müssen Fuhrparkbeauftragte weiterhin auf Anbieter der elektronischen Führerscheinkontrolle zählen, um die Vorschriften rechtssicher, effizient und kostengünstig abzuwickeln.